Fachkliniken Wangen
Kompetente Akutmedizin und Rehabilitation seit 90 Jahren
 
 
 
 

NOTSIGNALE AUS DEM KLASSENZIMMER

Handbuch für Schule und Jugendarbeit erschienen

Wangen - Seit kurzem sind die württembergischen Schüler teilweise in ihre Klassenzimmer zurückgekehrt. Viele Pädagogen machen sich Gedanken, wie ihre Schützlinge die letzten Wochen und Monate erlebt haben. „Wir brauchen Kontakt zu unseren Schülerinnen und Schüler“, weiß Stephan Prändl, seit mehr als 35 Jahren Sonderpädagoge und Leiter der Heinrich-Brügger-Krankenhausschule an den Fachkliniken Wangen. 
Stephan Prändl
Leiter SBBZ
Telefon +49 (0) 7522 797-1352
stephan.praendl@wz-kliniken.de
  
  
„Durch den Lockdown waren und sind Alltagsabläufe allerorts seit Wochen außer Kraft gesetzt. Die soziale Distanz nimmt Familien, insbesondere denen, die ohnehin gefährdet sind, kompensierende Sozialräume wie Schulen oder Kindertagesstätten“, erläutert Stephan Prändl. Dort, wo bereits Schwierigkeiten bestanden haben, können sich diese verstärkt haben. Bildungseinrichtungen sind für Prändl deshalb mehr als das unbeschwerte Miteinander mit anderen: „Wir achten auf die Notsignale aus den Klassenzimmern.“ Sie sind immer auch ein Ort, an dem sorgfältig wahrgenommen wird, ob es Heranwachsenden wirklich gut geht!  
  
Als Leiter des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums an der Heinrich-Brügger-Schule begegnen ihm täglich Kinder und Jugendliche, die ihren Alltag nicht mehr allein bewältigen können, die auf medizinisch-therapeutische Hilfe angewiesen sind. Oft sind es Lehrer oder Erzieher, die darauf aufmerksam werden, die das Gespräch mit den Eltern suchen und Lösungsansätze aufzeigen.  
  
Studien belegen: Ca. 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen zeigen soziale, psychische oder körperliche Auffälligkeiten. Lehrkräfte und im sozialen Feld Tätige fühlen sich dafür oft unzureichend ausgebildet, betroffene Eltern mangelhaft informiert. Ein Handbuch fasst für sie nun Wissen über häufige Krankheits- und Störungsbilder zusammen. Besprochen werden Autismus, AD(H)S, Traumatisierung, sexuelle Gewalt, Anorexie, aggressives Verhalten, Schulängste, Sucht, Depression und Suizidalität. Neben Stephan Prändl sind es renommierte Expertinnen und Experten aus Medizin, Psychologie und Pädagogik, die diesen Leitfaden für Schule, Elternhaus und Jugendarbeit verfasst haben. Durch fachkundige Informationen hilft er, Ängste und Unsicherheiten abzubauen. Konkrete Hilfskonzepte und Lösungswege veranschaulichen unter anderem die Bedeutung von Achtsamkeit, Bewegung, Beziehung, Resilienz oder Humor, indem sie eigene Gestaltungskräfte anregen und die Situation der Betroffenen verbessern können. Besonders hilfreich sind die praktischen Lösungsvorschläge für Eltern im Alltag.  
  
„Wir haben die verschiedenen Auffälligkeiten und Probleme, mit denen wir Fachleute uns konfrontiert sehen, praxisnah zusammengestellt“, berichtet Stephan Prändl, der in einem Kapitel seine Erfahrungen zu individuellen Bildungswegen beleuchtet.   
  
Manchmal reichen solche Lösungsversuche zu Hause, Arztbesuche und Medikamente nicht aus, um in den Alltag zurückzufinden. Dann kann eine Reha Kindern und Jugendlichen helfen, rechtzeitig die richtigen Weichen zu stellen. Die Rehabilitationsklinik an den Fachkliniken Wangen ist auf die Behandlung von Heranwachsenden mit psychischen, psychosomatischen oder Atemwegserkrankungen sowie Allergien spezialisiert. Viele Kinder reisen allein an. Jüngere Kinder werden mit Begleitperson, zum Beispiel Vater, Mutter oder Großeltern, aufgenommen. Ziel ist es, dass Kinder und Jugendliche durch einen Aufenthalt in der Klinik ihre Lebensfreude zurückgewinnen, ein selbstbestimmtes Leben führen und unbeschwert erwachsen werden.  
  
Während der Coronapandemie sind die Kinder, Jugendlichen und ihre Angehörigen in Kleingruppen zusammengefasst, um der Ansteckungsgefahr vorzubeugen. Der Unterricht erfolgt in kleinen Lerngruppen und da, wo es Onlineunterricht in den Heimatschulen gibt, können Patienten dank der hervorragenden technischen Ausstattung der Krankenhausschule mit IPads etc. unkompliziert zu Hause am Unterricht teilnehmen. So sind Therapie, Schule und eine Vielzahl von Kontakten möglich, ohne sich und andere zu gefährden.  
  
 
Artikel aus: dieBILDSCHIRMZEITUNG, März 2021
Veröffentlicht am: 11.03.2021  /  News-Bereich: News aus den Fachkliniken
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