Fachkliniken Wangen
Kompetente Akutmedizin und Rehabilitation seit 90 Jahren
 
 
 
 

LO­BEN­DE WOR­TE FÜR DAS "FLAGG­SCHIFF" IN DER REHA

Mit einem Festakt samt Podiumsdiskussion eröffnen Fachkliniken Wangen die Feierlichkeiten zum 90. Geburtstag

Wangen - Ein Festakt samt Podiumsdiskussion war am Freitag der Auftakt der Feierlichkeiten zum 90. Geburtstag der Fachkliniken Wangen (FKW). Von den Rednern gab es ausnahmslos Lob für die Arbeit und das Engagement am medizinischen und weit über die Region hinaus bekannten Spezialzentrum. Zu hören waren aber auch kritische Töne in Richtung Politik. 
Prominent war die Liste der Gäste beim Festakt zum 90-jährigen Bestehen der Fachkliniken Wangen. Mit Manfred Lucha war der zuständige Landesminister da, Christopher Hermann als Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg auch, und mit Gundula Roßbach kam sogar die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung von Berlin ins Allgäu. Begrüßt wurden sie zunächst von Klinikdirektor Jose Rädler, der kurz die Entwicklung des Fachkrankenhauses "von der Kinderheilstätte zum Kompetenzzentrum" skizzierte. Ellio Schneider ging auf den "guten Ruf" ein, den sich die Fachkliniken in den 90 Jahren erarbeitet hätten: "Da muss man viel richtig gemacht haben." Der Geschäftsführer der Waldburg-Zeil Kliniken, zu deren Verbund die Fachkliniken gehören, appellierte aber auch an die Politik, vernünftige Rahmenbedingungen für die Rehabilitation zu schaffen.  
  
Den Ball nahm Lucha als erster Gastredner auf. "Wir werden uns mit der Rehabilitation noch viel intensiver beschäftigen müssen", sagte der Sozialminister und würdigte hier speziell das andauernde Wangener Engagement für die psychiatrische Kinder- und Jugend-Reha: "Diese Geisteshaltung ist eine Versuchung wert, die Aufgaben der Zeit zu meistern." Wangens OB Michael Lang las aus den damaligen Ratsunterlagen über den Grundstückverkauf des Bereichs Vogelherd aus dem Jahr 1926 und folgerte: "Es hat sich seitdem viel verändert, aber die Bedeutung des Hauses für die Stadt ist geblieben." Als Geburtstagsgeschenk überreichte er neun Bücher als Grundausstattung für einen Patienten-Bücherwagen.  
  
Gundula Roßbach bezeichnete die Fachkliniken Wangen als Synonym für "hochwertige, qualitätsorientierte Reha" und bezeichnete den früheren Klinikdirektor Alwin Baumann als "Gesicht der Kinder- und Jugend-Rehabilitation in Deutschland". Für Andreas Schwarz, Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung in Baden-Württemberg, sind die FKW hier sogar das "Flaggschiff" im Land. Christopher Hermanns schließlich nannte die Fachkliniken ein "Vorbild, wie man die Dinge voranbringt".  
  
 

"Traum von einem Netzwerk"

 
Der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg war auch ein Teilnehmer der anschließenden Podiumsdiskussion, die SZ-Wirtschaftsredakteur Andreas Knoch moderierte. Dominik Harzheim, Oberarzt der Klinik für Pneumologie in Wangen, berichtete über breite Therapiemöglichkeiten bei Lungenkrankheiten, gab aber auch zu bedenken, dass es bei der Raucherentwöhnung noch viel zu tun gebe. Jan-Ove Faust, Direktor Medizin und Pflege der Oberschwabenklinik, lobte die Zusammenarbeit mit den Fachkliniken als eine "Kooperation, wo sich jeder auf das konzentriert, was er am besten kann": "Wir können etwas vorweisen, was über die Region hinaus von Bedeutung ist."  
  
Tobias Dechow vom "Onkonet" des Landkreises Ravensburg bezeichnete das "Sektoren übergreifende Arbeiten" als die Zukunft, man müsse es aber auch umsetzen. "Mein Traum", so Dechow, "ist die Netzwerk- und Campusbildung in der Region." Robert Scheubel, Chefarzt der Toraxchirurgie der Fachkliniken, plädierte für spezialisierte Organzentren über die gesamte Therapie hinweg bis zur Reha. Er kritisierte aber auch die falschen Anreize, die die Politik bei der Finanzierung des Gesundheitssystems setzen würde. Hier verwies Hermann auf eine zu verbessernde Fachplanung des Landes. Zwei Krankenhäuser mit der selben Ausrichtung nebeneinander seien eine "Ressourcenverschwendung von Fachkompetenzen".  
  
Die Gesundheitsversorgung auf dem Land war ebenfalls Thema auf dem Podium. Laut Faust stehe hier die Region gut da, trotz Spezialisierung und Fachkräftemangel. Von Tobias Dechow kam hierzu das Schlusswort zur Diskussion: "Wir müssen im ländlichen Raum nicht alles machen, aber was wir machen, müssen wir gut machen." Das war auch das Stichwort für das abschließende Stück des Blechbläserquintetts der Stadtkapelle Wangen, das den gut zweistündigen Festakt gekonnt musikalisch umrahmte.  
  
Die Feierlichkeiten zum 90. Geburtstag der Fachkliniken Wangen gehen am Samstag weiter. Von 14 bis 17.30 Uhr steigt das traditionelle Kinderfest. Am Sonntag von 11 Uhr bis etwa 19 Uhr gibt es einen Tag der offenen Tür mit Besichtigungen und Public Viewing des WM Finals.  
  
 
Mit Moderator Andreas Knoch (Schwäbische Zeitung) diskutierten auf dem Podium Dominik Harzheim, Robert Scheubel (beide Fachkliniken), Jan-Ove Faust (OSK), Tobias Dechow (Onkonet) und Christopher Hermann (AOK, von links). Foto: bee   
  
 
Artikel aus: Schwäbische Zeitung, Autor Bernd Treffler, vom 14.7.2018. 
Veröffentlicht am: 16.07.2018  /  News-Bereich: News aus den Fachkliniken
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