FACHKLINIKEN WANGEN
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KONZEPTION
Rehabilitation bei AD(H)S (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom)

3-5% aller Kinder zeigen Symptome im Sinne einer AD(H)S. Jungen sind dreimal häufiger betroffen als Mädchen. Bei 30-70% der betroffenen Kinder können die Symptome mit unterschiedlicher Ausprägung bis in das Erwachsenenalter fortbestehen. Der Schweregrad der Störung ist individuell sehr unterschiedlich. Unbehandelte Betroffene und ihre Angehörigen stehen meist unter erheblichem Leidensdruck.

Die Rehabilitationskinderklinik der Fachkliniken Wangen hat eine langjährige Erfahrung in der Behandlung des AD(H)S.

Im Rahmen einer psychosomatischen Rehabilitation unter Leitung eines Kinder- und Jugendpsychiaters behandeln wir Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr. Bei jüngeren Kindern nehmen wir eine Begleitperson mit auf ("Kind-Mutter-Rehabilitation").


Indikation für eine Rehabilitation

Eine Indikation zu einer stationären Rehabilitation bei AD(H)S liegt vor, wenn

  • das AD(H)S eine positive Entwicklung in Familie, Schule, Freizeit oder Berufsausbildung stark beeinträchtigt oder verhindert.

  • Begleiterkrankungen vorliegen (z. B. eine Verhaltens- oder Teilleistungsstörung)

  • eine ausreichende Stabilisierung im ambulanten Bereich nicht erreicht werden konnte.


In einem ausführlichen Aufnahmegespräch mit dem Kind bzw. Jugendlichen und den Eltern werden gemeinsam Zielvereinbarungen für den mehrwöchigen Rehabilitationsaufenthalt getroffen. Bei therapeutischem Bedarf und Zustimmung aller Beteiligten kann eine Verlängerung des Aufenthaltes beantragt werden. Im Entlassgespräch wird besprochen, inwieweit die Ziele erreicht wurden und welcher therapeutische und pädagogische Handlungsbedarf weiterhin besteht.


Milieutherapie

Die Kinder und Jugendlichen – nach Bewilligung auch ihre begleitenden Elternteile und Geschwister – wohnen in familienähnlichen therapeutischen Gemeinschaften mit unterschiedlichen Diagnosen.
Die Kinder und Jugendlichen erleben einen alltagsnah strukturierten Tagesablauf, zu dem auch der Besuch von Kindergarten und Schule gehört. Im Kontakt mit Gleichaltrigen und Betreuern erleben die Kinder und Jugendlichen verlässliche Strukturen, Transparenz im Umgang mit Konflikten, Grenzen und emotionale Zuwendung. Sie erhalten Rückmeldungen über ihr Verhalten und Hilfe beim Entwickeln neuer Handlungsmöglichkeiten.


Ziele des Rehabilitationsaufenthaltes

  • Verbesserung der Selbststeuerung, der sozialen Kompetenz, der Eigen- und Fremdwahrnehmung
  • Verbesserung der schulischen Leistungsfähigkeit und Beschulbarkeit

  • Überprüfung der medikamentösen Einstellung

  • Nachreifung der motorischen Koordination

  • Transfer der Veränderungen in das natürliche Umfeld des Kindes (Familie, Schule)


Das interdisziplinäre Team

Um für die Patienten eine ganzheitliche Behandlung zu gewährleisten, sind verschiedene Berufsgruppen an der Behandlung beteiligt.

  • Psychologen oder Heilpädagogen planen und koordinieren den therapeutischen Prozess von der Aufnahme bis zur Entlassung.

  • Fachärzte für Pädiatrie oder Kinder- und Jugendpsychiatrie sind für die Abklärung der Somatik sowie für eine mögliche medikamentöse Behandlung zuständig.

  • Mitarbeiter aus Pädagogik und Pflege setzen therapeutische Interventionen im Rehabilitationsalltag um. Sie begleiten die Kinder und Jugendlichen bei der Erreichung ihrer Ziele und unterstützen sie in Konflikt- und Problemsituationen.

  • In den Angeboten der Bewegungstherapeuten spielen psychomotorische Inhalte eine wesentliche Rolle. Dabei wird ganz bewusst nicht von den Schwächen der Kinder, sondern von ihren Stärken ausgegangen.


Klinikschule

Die der Klinik zugehörige Heinrich-Brügger-Schule ist eine staatlich anerkannte Schule mit sämtlichen Schulzweigen von der Grundschule bis zum Gymnasium. Auch Förderschul- und Berufsschulunterricht werden angeboten.

Pro Woche erhalten die Schüler bis ca. 25 Stunden Unterricht in kleinen Klassen. Die Schule unterstützt die Therapeuten bei der AD(H)S-Diagnostik durch Verhaltensbeobachtung.

Neben dem Aufbau einer positiven Beziehung zum Kind werden geeignete didaktisch-pädagogische Hilfen entwickelt.
In einem Schulbericht werden der Heimatschule hier erprobte Verhaltensmaßnahmen und Interventionsmöglichkeiten mitgeteilt.

Durch die Mitarbeiter der Sonderpädagogischen Beratungsstelle werden Kinder im Kindergartenalter, die in ihrer Entwicklung auffällig sind, beobachtet und gefördert.





[ 17.12.2011 ]
Letzte Chance in medizinischen oder sozialpädiatrischen Problemsituationen
Wangen - Die Zeitschrift Kinder- und Jugendarzt berichtet über die Arbeit von Dr. Thomas Spindler und seinen Kollegen an der Kinderklinik der Waldburg-Zeil Fachkliniken Wangen.
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